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Wie alles begann .....

Es waren einmal drei besorgte Mütter. Ihre ältesten Kinder besuchten den bislang einzigen Kindergarten in Aegidienberg. Sie konnten sich aufgrund fehlender Plätze nicht sicher sein, dass auch Ihre Zweitgeborenen im Alter von drei Jahren einen Platz in dieser Einrichtung bekommen würden. Zudem waren noch die an das Jugendamt zu zahlenden Beiträge gestiegen und auch in der pädagogischen Arbeit wollten sie eigene Ideen verwirklichen.

Sie blieben nicht lang allein.

Zusammen mit anderen aktiven Eltern aus Aegidienberg und dem Talbereich Bad Honnefs wurde im Ausschuss für Familie und Soziales demonstrativ auf das Fehlen von Kindergartenplätzen hingewiesen. Zahlen und Daten wurden geprüft und für den Bergbereich ausgewertet. Es zeigte sich, dass von allen angemeldeten Kindern in Aegidienberg 39 Dreijährige keinen Kindergartenplatz bekommen würden.

Ermutigt durch Vertreter einiger Parteien, die Trägerschaft für einen Kindergarten zu übernehmen, möglichst mit Standort Rottbitze, gründeten acht Frauen am 21. Juli 1992 die Elterninitiative "Die Sieben Zwerge" e.V., der auch ich seit dem angehöre. Glücklicherweise ahnte zu diesem Zeitpunkt keiner von uns so recht, was alles auf uns zukommen würde.

Was relativ einfach begonnen hatte, wurde nun bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und der Frage der Finanzierung zu einem Problem: Zeitungsannoncen wurden studiert, Makler und Grundstückseigner befragt, Verhandlungen mit Stadt und Kreis geführt, der für uns geeignete Spitzenverband ausgesucht, Informationsabende für interessierte Eltern organisiert, andere Elterninitiativen besucht und befragt, etc..

Nicht alle Bemühungen hatten Erfolg. So lehnte der Jugendhilfeausschuss des Rhein-Sieg-Kreises sowohl die Bezuschussung der Bau- und Investitionskosten, wie auch der Betriebskosten ab. Die Stadt beschloss daraufhin eine vorübergehende Finanzierung eines Kindergartens in Rottbitze.

Als Gebäude wurde uns die damalige Gaststätte "Die Zwitscherstuben", heute das Chinarestauratn "Lotus" an der Rottbitzer Straße angeboten, dessen untere Etage entsprechend umgebaut werden sollte. Wir waren nicht sehr begeistert, aber wie hieß es damale: "Nicht nach den Sternen greifen!" und so setzten wir uns ein, um einen Zebrastreifen, eine Fußgängerampel und eine Lärmschutzmauer zu bekommen.

Da die Betriebsaufnahme für den Sommer 1993 vorgesehen war, nahmen wir ab Februar die ersten Anmeldungen an, im April lagen dann schon 45 vor. Es mussten Stellenanzeigen formuliert, Bewerbungsgespräche geführt, die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe beantragt, Einrichtungskataloge studiert, pädagogisches Material ausgesucht, Gehälter ausgerechnet werden usw., usw..

Und wieder kam es ganz anders als gedacht: Die Verhandlungen zwischen dem Eigentümer des Gebäudes und der Stadt zogen sich und zogen sich, sodass wir im Mai mit "Kind und Kegel" vor den Ratssaal zogen und den Verantwortlichen Dampf machten. Schließlich mussten wir Arbeitsverträge abschließen und unsere Bestellungen terminieren. Im Juni dann wurde im Haupt- und Finanzausschuss der Entschluss gefasst, auf einem stadteigenen Grundstück einen zweigruppigen Kindergarten zu bauen, in den wir als Mieter einziehen sollten.

Im August wurde der "Erste Spatenstich" getan und zum 01. Januar 1994 konnten wir mit zunächst einer Gruppe den Betrieb beginnen, nachdem wir beim Landesjugendamt eine Betriebserlaubnis beantragt hatten und mit der Stadtverwaltung einen umfassenden Finanzierungs- und Mietvertrag abgeschlossen hatten.

Zu Beginn des neuen Kindergartenjahres im Sommer 1994 wurde weiteres Personal eingestellt, damit auch die 2. Gruppe belegt werden konnte.

Ab dem 1. Januar 1995 übernahm das Kreisjugendamt die Betriebskosten für zunächst eine Gruppe, zum 1. Oktober dann auch für die 2. Gruppe. Als dann auch noch der zum wiederholten Mal gestellte Antrag auf Übernahme der Bau- und Investitionskosten positiv beschieden wurde, mussten/konnten wir am 23.11.1995 der Stadt den Kindergarten abkaufen, wobei uns die trägeranteiligen Kosten in Höhe von fünf Prozent erlassen wurden, was immerhin 47.536,15 DM gewesen wären, die wir natürlich auch nicht hätten aufbringen können.

Und wenn die Landesmittel nicht weiterhin gestrichen werden, werden wir hoffentlich auch in der Zukunft weitere Jubiläen feiern.

 

                                                       Gabi Pollmeier-Wolf